Statement Pater Bosco
Brief-Uebersetzung Servant Leo children’s Home, Charitable Trust, Pater Bosco (2005)
Liebe Freunde,
ich bin katholischer Priester und arbeite mitten in dem am meisten ausgebeuteten und ärmsten Teil von Sri Lanka im Hügelland in der Provinz Uva. Von der Welt vergessen, leben die Menschen hier von der Hand in den Mund. Armut, Unterentwicklung, fehlende Bildung und Bildungsmöglichkeiten sind die Ursachen für Unwissen und Analphabetentum, so dass die Menschen nicht fähig sind, ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten zu erkennen und zu artikulieren, und somit auf immer Hilfsarbeiter und Arbeiter bleiben müssen.
Meine persönliche Erfahrung durch die Arbeit mit den Einheimischen während der vergangenen 28 Jahre sowie mein Studium in Theologie und Sozialwissenschaft hat mir gezeigt, dass Predigen und Lehren ohne ganzheitliches Engagement sinnlos ist und deshalb auch nicht die gewünschten Resultate gebracht hat. Ich bin überzeugt, dass es für einen wahrhaften Christen nicht genug ist, Gottes Reich zu verkünden, oder lediglich ein Hörender von Gottes Wort zu sein denn ein Ausführender (LK 4:16-21-23) und Gottes Reich hier und jetzt in unserem eigenen Umfeld zu vergegenwärtigen. Worum es also wirklich geht und was unbedingt erforderlich ist – ist, dass wir unsere Nächsten lieben (Mk 12:29; LK6 ff), besonders die Armen, die Bedürftigen, die Waisen, die Ausgegrenzten, und dass wir am Jüngsten Tag nach unserem Denken und Handeln ihnen gegenüber beurteilt werden (Mt26; 31-46).
Die Bedürfnisse in diesem Teil der Welt sind enorm, wir stufen jedoch aufgrund von Beratung, sorgfältigen Studien und unserer eigenen Erfahrung die Ausbildung und Betreuung von Waisenkindern als am dringendsten und sinnvollsten ein. Daher haben Sr. Maria Pushpa und ich, zusammen mit einem engagierten Team, im Januar 1998 die Servant Leo Children`s Home Trust gegründet mit dem Ziel, die Aermsten der Armen aller Gemeinden mit Bildung und Ausbildungseinrichtungen zu versorgen, und zwar ohne Unterschied auf Glaube, Kaste, Sprache, Geschlecht oder Rasse. Mit unserem eigenen Geld und mit der Hilfe von Familie und Freunden haben wir 1998 eine Farm mit 20 Acres (1 Acre = 4047 m2) Land gekauft.
Bis heute haben wir bereits 7 Gebäude und 5 kleine Ställe erstellt, ein weiteres ist im Aufbau. Schwester Maria Pushpa, die mir bestimmte Nachfolgerin, und 6 Mitarbeiter/innen kümmern sich allem voran um die Kinder und sind verantwortlich für das persönliche Wohl, für die Ausbildung und für die allgemeine Aufsicht der Kinder. Ohne geeignete Ernährung und Nahrungsmittel bei sich zuhause wird das mentale und physische Wachstum der Kinder gehemmt. Um also eine gesunde Grundlage und eine vielversprechende Zukunft zu schaffen, nehmen wir Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren auf. Gegenwärtig haben wir insgesamt 46 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, und sie alle besuchen die Schule. Die Nachfrage nach Aufnahme ist gross, und wenn wir genügend finanzielle Unterstützung bekommen, können wir ungefähr 50 Kinder unterbringen. Diese Kinder sollen hier bleiben können, so lange sie lernen und studieren, sogar bis zu Universitätsstufe. Mit Gottes Segen und der Unterstützung unserer Wohltäter könnten wir in der Zukunft auch ein Berufsbildungs-Zentrum aufbauen.
Einige unserer Kinder sind Vollwaisen, andere sind vom Tsunami oder vom Krieg im Osten Betroffene. Doch in diesem Teil der Welt wird das Wort „Waise“ in einem erweiterten Wortsinn gebraucht und schliesst sowohl jene mit ein, die noch einen Elternteil haben, als auch jene, deren Eltern zwar noch leben, aber der Ernährer völlig arbeitsunfähig ist. Der alleinerziehende Elternteil muss die Kinder versorgen ohne die geringste soziale Unterstützung der Regierung, und es gibt keine Sozialhilfe für solche Leute. Alle diese Kinder stammen aus der Arbeiterklasse und sind die Aermsten der Armen – der alleinerziehende Elternteil ist nicht in der Lage, sie auch nur mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Wenn wir ihnen nicht helfen, würden die meisten dieser Kinder in die Städte geschickt, um dort als Haushaltshilfen oder Dienstboten ohne Lohn und Schulbildung zu arbeiten.
Wir werden nicht durch irgendeine Stiftung finanziert, sondern sind von unseren Freunden und Familienmitgliedern abhängig. Unser Ziel ist es, autark zu werden. Um dies zu erreichen, haben wir unsere Farm mit 15 Kühen, 100 Legehühner, 25 Schweinen, 35 Ziegen und einer Frischwasser-Fischzucht ausgerüstet. Ausserdem bauen wir Kaffee, Tee, Pfeffer, Fruchtbäume, Gemüse und Rosen an. In erster Linie dient der Ertrag den Kindern, während wir den Ueberschuss verkaufen, um andere Dinge unseres täglichen Bedarfs zu kaufen. Der Fluss, der durch unser Anwesen fliesst, ermöglichte uns die Installation eines Wasserkraftwerkes, und derzeit sind wir in Sachen Elektrizität Selbstversorger während etwa acht Monaten im Jahr. Ausserdem haben wir unser eigenes Biogas-Werk, welches uns das Gas zum Kochen liefert.
Unser Personal zählt 1 Oberschwestern, 6 Assistetinnen, 3 Köche, 1 Fahrer, 1 Nachtwächter und zehn Arbeiter – sie alle helfen mit, die Farm zu unterhalten. Trotzdem sind wir noch keine Selbstversorger, denn nebst Nahrungsmitteln und Unterkunft müssen wir auch für Kleidung, medizinische Versorgung, Reisekosten sowie für die Schulkosten der Kinder aufkommen, und zusätzlich müssen wir die Löhne für das Personal und die Arbeiter bezahlen.
Ich bin sicher, dass Lanka-Help auf all Ihre Fragen mit Vergnügen antworten wird. Ich appelliere mit diesem Schreiben an Ihre Grosszügigkeit, mit Ihrer Hilfe die Weiterführung dieses gemeinsamen Unternehmens zu ermöglichen, mit der unser Herr uns betraut hat. Es steht Ihnen vollkommen frei, auf welche Art und Weise Sie uns helfen wollen. Sie könnten die Patenschaft für ein Kind übernehmen für monatlich Sfr.45.00, so lange Sie das möchten oder so lange das Kind bei uns ist. Auf Wunsch können Sie mit Ihrem Patenkind korrespondieren, und wir übermitteln Ihnen die nötigen Einzelheiten sowie Berichte über die Entwicklung des Kindes. Sie können uns helfen, die Farm zu vergrössern und dadurch das Einkommen zu steigern.
Wir versichern Ihnen unsererseits, dass kein Cent Ihres hart verdienten Geldes vergeudet wird, und wir sind bereit, Ihnen detaillierte Rechenschaft über die Ausgaben zuzusenden, wenn das Geld für ein bestimmtes Projekt oder einen bestimmten Zweck eingesetzt wird. Sie sind auch herzlichst eingeladen, uns und die Kinder zu besuchen, wann immer Sie das möchten, und wundervolle Ferien bei uns in Sri Lanka zu verbringen. Wir leben in einem schönen und ruhigen Gebiet im Hügelland.
Gerne nutze ich diese Gelegenheit, Ihnen für Ihr Interesse an den Kindern und am Dienst, den Sie ihnen erweisen, zu danken. Bei der Barmherzigkeit Gottes, wünsche ich mir, dass Sie Partner werden in diesem Dienst .
Möge Gott Sie segnen. / Hochachtungsvoll im Dienste des Herrn,
Pater Bosco








